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Schuljahresende 2009 / 2010 |
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Klasse 1:
Welch spannendes Lebensjahr für die Erstklasskinder. Sie wurden liebevoll von ihrem Klassenlehrer, Herrn Eickmeier durch das erste Schuljahr begleitet, die Paten aus der achten Klasse nahmen ihr Patenamt ebenfalls ernst und so fühlten sich unsere I-Männchen zusehends heimisch in ihrer Schule. Die Lernfortschritte sind immens und die Begeisterung für die Schule ebenfalls. Egal, ob sie stricken lernten, die ersten Flötentöne einübten, fasziniert der ersten Fremdsprache lauschten oder im rhythmischen Teil des Hauptunterrichtes ein gemeinsames Gedicht mit kraftvollem und lautstarkem Stampfen begleiteten, Schule ist aufregend und macht Spaß.
Klasse 2:
Erstmalig begleitete die Kinder ein Zeugnisspruch durch das ganze Schuljahr. Extra vom Klassenlehrer für das einzelne Kind ausgesucht, hatten alle Schüler den Spruch in den letzten Wochen der Sommerferien gelernt, um ihn dann jede Woche einmal vor der Klasse zu sprechen. Bis zur achten Klasse wird dies fortan morgendlicher Bestandteil des Unterrichtes sein und wie viel lässt sich dadurch lernen. Interessiert nahmen die Schüler den Klang der zweiten Fremdsprache auf und bei der offiziellen Einführung in die Schulbücherei wurden begeistert Bücher ausgeliehen. Neben Lesen, Rechnen und Formenzeichnen lernten alle häkeln und am vielfältigen Förderunterricht durfte die zweite Klasse auch erstmals teilnehmen.
Klasse 3:
Den meisten Schülern dieses Jahrgangs bleiben die Extra-Epochen der dritten Klasse lange im Gedächtnis. Es gibt die Ackerbauepoche, in der u.a. ein Feld bestellt wird, es gibt die Handwerkerepoche, in der z. B. Besuche in verschiedenen Handwerksbetrieben mit Hilfe von Eltern durchgeführt werden und es gibt die Hausbauepoche, in der ein Gemeinschaftsprojekt auf dem Schulhof erstellt wird und jedes Kind ein selbst erdachtes „Mini-Traumhaus“ anfertigt.
Klasse 4:
Alle Schüler warten seit dem ersten Schultag sehnsüchtig auf das Datum, an dem es zum ersten Mal auf Klassenfahrt geht. Sie ist zwar nur kurz, doch tut das dem Erleben und Empfinden keinerlei Abbruch, fast scheint es, als trägt gerade die kurze Zeit dazu bei, dass die Erinnerung an diese erste Klassenfahrt selbst bei den Elftklässern noch präsent ist. Im Fremdsprachenunterricht wurden die ersten Vokabeln geschrieben und im Epochenunterricht tauchten neue Fächer, z. B. Pflanzenkunde und Tierkunde auf.
Klasse 5:
Viele Schüler registrieren nun erst durch die Gespräche mit Nachbarskindern, dass sie doch wohl auf einer besonderen Schule sind. Es steht kein Schulwechsel an, die Klassengemeinschaft bleibt bestehen und dieser Gemeinschaft ist auch kein Kind durch sitzen bleiben verloren gegangen. Das Michaelifest gehört zum Schuljahresablauf für alle längst dazu, ebenso das Faschingsfest und die öffentlichen Monatsfeiern. Neu im Stundenplan waren der Schwimmunterricht und der Zirkusunterricht, der mit einer Zirkusvorführung endete.
Klasse 6:
Wohin mit all der Kraft und Energie, die die Schüler haben? Passend dazu gibt es ab der Klasse 6 zwei neue Unterrichtsfächer, in denen die Schüler aktiv sein können. Zum einen ist es der Gartenbauunterricht und zum anderen der Werkunterricht, der die Schüler z. T. über die Mittelstufenzeit hinaus begleiten wird. Stolz blicken die Sechstklässler auf ihr öffentlich aufgeführtes Theaterstück, „Ratten in der Stadt“ zurück und auch diese Klasse war auf Klassenfahrt.
Klasse 7:
Das erste Jahr der Mittelstufenzeit ist geschafft. Nach sechs Jahren Klassenlehrerzeit, in denen jeden Morgen der gleiche Lehrer die Schulkinder begrüßt, wechseln nun die Lehrkräfte mit jeder Epoche und es kommen neue Epochen (z. B. Ernährungslehre und Astronomie) dazu. Außerdem müssen die Siebtklässler eine Halbjahresarbeit anfertigen, die ausgestellt wird und in Kurzform auf der Bühne vor großem Publikum vorzustellen ist. Statt Klassenfahrt steht in der 7. Klasse ein gemeinsames Forstpraktikum auf dem Stundenplan. Die Klasse 7 verbrachte eine Woche auf dem „Planet Brunnenbachsmühle“ im Harz. Trotz fortgeschrittener Jahreszeit (Ende März) lag dort noch recht viel Schnee, nichtsdestotrotz wurde eifrig geschafft, es wurden Bäume gepflanzt und bereits gefällte Bäume zersägt. Die Klassengemeinschaft kennt sich nun bereits viele Jahre. Da sich alle Schüler in der Mittelstufe im Pubertätsalter befinden und aus dieser Tatsache heraus immer vieles zu besprechen ist, werden die Mittelstufenklassen von einem Betreuerteam begleitet.
Klasse 8:
34 Kinder hatten die Aufgabe zu meistern, ein Theaterstück auf der Bühne im Saal aufzuführen. Dieser feste Bestandteil der achten Klasse ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Die Klassenbetreuer sind permanent im Einsatz, um alles auf einen guten Weg zu bringen. Die Eltern helfen in vielen Bereichen und auch im Kollegium gibt es Unterstützung, z. B. bei den Kostümen und beim Schminken. Für die Schüler ist der Weg das Ziel, denn sie lernen viel in dieser Zeit, über sich selbst, über die Mitschüler und über das Miteinander überhaupt. Die Aufführung ist dann der krönende Abschluss, der dieses Achtklassereignis zu einem erfolgreichen Ende bringt.
Klasse 9:
Die Neuntklässler suchten sich zu Beginn des Schuljahres einen Praktikumsplatz für ihr Landwirtschaftspraktikum. Vier Wochen haben sie dann im Mai 2010 auf einen Bauernhof, einem Gemüsebaubetrieb oder ähnlichem mitgearbeitet. Sie lernten eine umfangreiche Praktikumsmappe zu erstellen und konnten danach viel eher verstehen, warum ein Liter Milch nicht zu billig sein darf, bzw. wie lange es braucht, bis ein Salatkopf zum Verkauf im Regal bereit liegt. Nach Beendigung der Klasse 9 fängt die Oberstufe an und daher gibt es in dieser Klasse Entwicklungsgespräche, in denen der Schüler im Einzelgespräch ein Feedback zu seiner Selbsteinschätzung bekommt. Im Gespräch werden u. a. die notwendigen Schritte erarbeitet, falls Ziel und Realität zu weit auseinander liegen.
Klasse 10:
Als Praktikum stand für die Zehntklässler neben dem Betriebspraktikum das gemeinsame Feldmesspraktikum in Tschechien auf dem Stundenplan. Darf sich beim Betriebspraktikum jeder Schüler den Betrieb selbst aussuchen, so ist der Lerninhalt des Feldmesspraktikums für alle gleich. Mit möglichst großer Zuverlässigkeit und Genauigkeit mussten die Schüler ein Stück Land vermessen und dann die Messergebnisse in eine Karte übertragen. Einerseits werden in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch die Unterrichtsinhalte durch die nahenden ZP 10 Prüfungen mitbestimmt, andererseits bleiben waldorftypische Unterrichtsfächer wie Eurythmie, Gartenbau und Spinnen Bestandteil des Stundenplans.
Klasse 11:
Als letztes großes Pflichtpraktikum ist in dieser Klasse das vierwöchige Sozialpraktikum zu absolvieren. Von längst im Berufsleben stehenden Waldorfschülern kommt immer wieder die Rückmeldung, wie prägend und wichtig diese vielen Praktika aus den zentralen Lebensbereichen gewesen sind. Gesprächsbestimmend ist in der elften Klasse die ZP 10-Prüfung. Was kommt auf uns zu, wie läuft solch eine Prüfung ab, werden wir gut genug sein, ... lauter wichtige Fragen. Nun, nach Schuljahresende ist es geschafft und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Über 60 % der Schüler haben den Qualifikationsvermerk erhalten und mehr als die Hälfte der Schüler hat sich für den Weg zum Abitur entschieden.
Klasse 12:
In der zwölften Klasse richten die Schüler einerseits den Blick auf den angestrebten Abschluss (Abitur) und andererseits sind viele waldorftypische Aufgaben zu meistern. Nun muss die Klassengemeinschaft fast in Eigenregie ein Theaterstück einstudieren und öffentlich aufführen. Alle Schüler haben eine Halbjahresarbeit anzufertigen und für den künstlerischen Abschluss ist auch zu proben. Dagegen ist die Kunstfahrt, trotz Kulturprogramm und Bilder malen, auch Klassenfahrt und daher sehr beliebt. Doch kaum zurück, wird spätestens nach der ersten Stunde im Englischleistungskurs wieder allen bewusst welches Ziel sie anstreben.
Klasse 13:
Nach 12 Jahren Waldorfschule haben die Schüler dieses Jahrgangs ein gemeinsames Ziel vor Augen. Sie werden sich am Ende des Schuljahres der zentralen Abiturprüfung stellen, um die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Die waldorftypischen Unterrichtsinhalte wie Morgenspruch, Einbindung eines rhythmischen Teils in den Epochenunterricht, waldorftypische Fächer wie Eurythmie, Gartenbau u. a. gibt es nun nicht mehr. Alle Schüler zeigen nun durch intensives Lernen was in ihnen steckt und als dritter Jahrgang mit zentraler Abiturprüfung haben die 13 Schüler des gerade beendeten Schuljahres wieder einmal Hervorragendes geleistet.
Sie blicken nun auf eine Schulzeit mit etlichen „Extras“ zurück und haben auch das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife in der Hand.